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Äthiopien

Ein Land mit vielen Facetten

Das östliche Afrika - das Gebiet, in dem Äthiopien liegt - wird auch als die Wiege der Menschheit bezeichnet. Lange bevor es Schrift gab, lebten hier Menschen und Vormenschen.

Äthiopien ist das zehntgrößte Land in Afrika, es ist rund dreimal so groß wie Deutschland. Die Bevölkerung Äthiopiens setzt sich aus ungefähr 80 ethnischen Gruppen zusammen, die zwischen mehreren Millionen und nur wenigen Hundert Menschen umfassen können. Damit ist Äthiopien ein Vielvölkerstaat, in dem über 80 Sprachen gesprochen werden. Die Amtssprache auf der Bundesebene ist Amharisch, das zum (süd-)semitischen Zweig des Afroasiatischen gehört. Die Sprache mit den meisten Sprechern ist aber das kuschitische Oromo.

So heterogen wie die ethnische Zugehörigkeit ist auch die religiöse: Die wichtigsten Glaubensgemeinschaften sind die äthiopisch-orthodoxen Christen und die sunnitischen Muslime. Dazu kommen Katholiken, Siebenten-Tags-Adventisten, Neuapostolische Kirche, Anhänger von Naturreligionen, Angehörige der äthiopisch-evangelischen Kirchen, Hindus und Sikhs.

Armut und Hunger

Äthiopien zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Schätzungsweise 49% der Bevölkerung sind unterernährt, auch in "guten" Erntejahren bleiben Millionen Äthiopier auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Hauptursache des Hungers ist die Dürre - verschärft durch verbreitete Entwaldung und Erosion. Ein Bevölkerungswachstum um 2 Millionen jährlich in den letzten 10 Jahren, aber auch der Verfall der Kaffeepreise führte 2003 zu einem Anstieg des Hungers in manchen Landesteilen. Während Dürreperioden früher in Abständen von 25 bis 30 Jahren auftraten, kommt es mittlerweile in Abständen von vier bis fünf Jahren zu Dürren. Um eine Wasserstelle zu erreichen, müssen die Menschen oft stundenlange Fußmärsche auf sich nehmen

Wenig Kraft zur Selbsthilfe

Der Transport von Nahrungsmitteln aus Gebieten Äthiopiens mit Überschüssen in hungerbetroffene Landesteile wird durch die mangelhafte Infrastruktur erschwert. Daher ist Äthiopien auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Die Abhängigkeit von internationaler Hilfe und ihre problematischen Folgen tragen ebenfalls ihren Teil zum Hungerproblem bei und sollen mit längerfristig angelegten Entwicklungsstrategien der äthiopischen Regierung und internationaler Hilfsorganisationen verringert werden.

Aids

Die Infektionsrate von Aids lag 2006 bei ca. 6,6 % bei der erwachsenen Bevölkerung. Damit sind in Äthiopien etwa drei Millionen Menschen infiziert. Die Infektionsrate ist in urbanen Gebieten mit 13,7 % deutlich höher als in ländlichen mit 3,7 %. Am stärksten betroffen sind die 15- bis 24-Jährigen. Etwa 1,2 Millionen Kinder sind in Folge der Krankheit verwaist. Zumindest einigen dieser Kinder möchte HilfsWaise e. V. eine Zukunft geben.

Quelle: in Auszügen www.wikipedia.de, 26.10.2008